Wir haben morgens um 10.30h den colectivo (Großraumtaxi) genommen und sind dann los. Witzigerweise gab es sogar einen Deutschen, der in der Nähe von Stuttgart lebte und mit seiner kolumbianischen Freundin durch Kolumbien reiste. Die Welt ist doch sehr klein!
Normalerweise braucht man 4h von Pereira nach Medellin. Wir waren insgesamt 8h unterwegs. Es gab so viele Baustellen mit Baumfällarbeiten, dass wir jedes Mal 20-30min warten mussten. Erstaunlicherweise sah man aber kaum jemand arbeiten.
Auf den Straßen zu fahren ist wirklich immer ein Abenteuer. Es gibt so viele Kurven und es wird so oft überholt. Neben dir sind Fahrradfahrer und Mofafahrer, die sich an einen LKW anhängen. Leute auf dem Dach eines Autos. Es ist uns auch öfters passiert, dass Kühe auf der Fahrbahn stehen, die in der Nacht fast nicht sichtbar sind.... Verrückte Dinge erlebt man hier.
Auf der Strecke war es irgendwann so kurvig, dass die Frau vor uns mehrere Tüten vollspuckte. Wir waren dann wirklich froh, als wir abends heil bei Juans Tante angekommen sind, die uns noch ein köstliches Abendessen zubereitete.
Wir schauten noch kurz bei Juans Oma Filomena vorbei, die sogar im gleichen Gebäude wohnt und sind dann todmüde ins Bett gefallen. Die bergige und kurvige Fahrt hat uns doch ein wenig zugesetzt.
Heute (Donnerstag) haben wir erst mal ausgeschlafen und dann Arepa gefrühstückt
Dann sind wir mit unserem Rucksack los und haben die Metro genommen, um die Region ein wenig kennenzulernen. Medellín ist tatsächlich die sauberste und modernste Stadt. Die Leute sind hier sehr elegant und dank der metro kann man sich auch relativ schnell fortbewegen. Wir sind dann in zwei Parks und dann war es auch schon Zeit die andere Tante von Juan kennenzulernen. Emma, Manuel und ihre Kinder haben uns zum Mittagessen eingeladen. Wirklich auch sehr herzliche Leute!
Danach hat uns Manuel ins Zentrum gefahren und wir haben den Plaza de Botero besucht. Ein Platz, der mit Skulpturen von dem berühmten Künstler Botero bestückt ist. Zu erkennen an den grotesken, sehr dicken Figuren. Leider hat es heute sehr viel geregnet und so sind wir in ein Café gesessen und sind danach direkt zu Rosalba, eine weitere Tante von Juan. Wir hatten wirklich sehr viel Spaß mit ihr und ihrem Mann Lucho und ich war erleichtert, dass ich mittlweile auch den dialekt von der Region gut verstehe. Nach zwei Bier und mehreren Insektenstichen sind wir mit der Metro wieder zurückgefahren. Diesmal war sie wirklich vollgestopft...
Und schließlich haben wir nochmals Juans Oma Filomena besucht, die heute ihre zweite Bestrahlung bekam. Sie hat insgesamt 11 Kinder zur Welt gebracht. Wirklich bewundernswert! Filomena hat mich wirklich sehr an meine Oma erinnert, vor allem ihre feine und herzliche Art.
Als wir wieder in die Wohnung von Marta kamen, sprachen wir noch mit ihrem Sohn Luis Angel.
Heute war wirklich ein sehr intensiver Familientag, der mich mental herausforderte. Aber es ist sehr besonders, Juans Familie so vereint und glücklich zu erleben.
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